Demokratisierung der Mode

 
«In den 50er-Jahren begleitete ich meine Mutter Aenne oft nach Paris zu den herrlichen Modeschauen der Designer.

Dass zu der Zeit eine Revolution in der Modeindustrie im Gange war, konnte ich nur erahnen. Meine Mutter aber hatte das richtige Gespür und brachte die Fashion nach Deutschland, die als Ready-to-Wear die Modeindustrie revolutionieren sollte.

Über die Zeit, die für den Burda-Verlag eine entscheidende Weichenstellung bedeuten sollte, haben die Kuratorin des Musée des Art Décoratifs, die Aenne-Burda-Darstellerin aus dem kommenden SWR-Zweiteiler und ich mit der Harper’s Bazaar gesprochen.»

Hubert Burda

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Generationenaustausch der Innovationsführer Badens

Links von hinten: Jacob Burda, Hubert Burda, Martin Herrenknecht, Martin-Devid Herrenknecht, Achim Kühn (Unternehmenskommunikation Herrenknecht AG). Rechts von hinten: Roland Mack, Thomas Mack, Michael Mack, Kari Albermann (Berater Burda)

Rust: Die drei großen badischen Familienunternehmen Hubert Burda Media, Europa-Park und die Herrenknecht AG wollen künftig mit gemeinsamen Aktionen den Südwesten und speziell die Oberrhein-Region noch stärker voranbringen. Das ist das Fazit eines generationenübergreifenden Treffens der Firmeninhaber jüngst im Europa-Park in Rust.

Auf Initiative von Hubert Burda trafen sich drei der innovativsten Familienunternehmen Badens mit der Absicht, ihre Interessen künftig stärker zu koordinieren. Neben Roland Mack, Martin Herrenknecht und Hubert Burda nahmen auch deren Söhne Michael und Thomas Mack, Martin-Devid Herrenknecht und Jacob Burda an dem Treffen teil. Eines der erklärten Ziele aller drei Unternehmen ist es, jungen Menschen neue Berufsbilder und Zukunftsperspektiven sowohl in der Medien- und Technologiebranche als auch in der Hightech- und Entertainmentindustrie aufzuzeigen. Dazu soll unter dem Motto „Baden Digital“ eine Konferenz ins Leben gerufen werden, an der sich auch Start Up-Unternehmen sowie die Hochschulen Karlsruhe, Offenburg und Furtwangen beteiligen sollen.

Innovationsfähigkeit mit Bodenhaftung

In Zeiten von Disruption und digitaler Business-Transformation ist Innovationsfähigkeit die Voraussetzung für unternehmerisches Wachstum und Zukunftssicherung.

«Uns fehlt in Deutschland oftmals der Mut, uns zu verändern und neu zu erfinden. Wir müssen uns hier in Europa auch bei der Digitalisierung nicht hinter den USA verstecken. Wir haben ein riesiges Potenzial in der Forschung, das es noch stärker zu nutzen gilt. Deutschland ist weit mehr als nur Weltmarktführer im Maschinenbau.»

Michael Mack, geschäftsführender Gesellschafter Europa-Park

Martin Herrenknecht: „Als Exportnation müssen wir für Fortschritt und ambitionierte Zukunftsperspektiven fighten. Unsere kostbarste Ressource sind top ausgebildete junge Leute, frei von Dogmen mit mutigen Visionen“.

Die Unternehmer beider Generationen waren sich dabei einig, dass vor allem die Nähe zu den Mitarbeitern und die Bodenhaftung die größten Stärken von Familienbetrieben sind. Roland Mack, geschäftsführender Gesellschafter Europa-Park: „Mittelständische Familienunternehmen sind die Treiber der deutschen Wirtschaft. Ich bin sehr froh, dass nun die nächste Generation neue Technologien mit großer Leidenschaft vorantreibt. Darin liegt unsere große Chance für die Zukunft“.

Media-Valley zwischen Schwarzwald und Vogesen

«Fernab der Metropolen hat sich entlang des Oberrheins von Karlsruhe über Straßburg und Offenburg bis Freiburg und Basel ein herausragender Medien- und Technologiecluster entwickelt, der seinesgleichen in ganz Europa sucht. Als Medien- und Technologiekonzern in einem Land mit Kultur und Tradition sind wir kontinuierlich auf kreativen Input, auf gut ausgebildete junge Leute, auf high potentials angewiesen.»

Hubert Burda, Verleger

Das Rheintal sei das Media-Valley – so innovativ wie weltweit vielleicht nur noch das Silicon Valley. Die Region mit dem Rhein als frühem „Kommunikationsstrom“ blicke auf über 1000 Jahre Mediengeschichte, erklärt Burda. Im Dreiländereck erfand Gutenberg den Druck, Schongauer den Kupferstich und in Basel stand die erste Papiermühle. Ferdinand Braun, der als Professor der Physik über viele Jahre an den Universitäten Karlsruhe und Straßburg wirkte, hat mit der Braunschen Röhre die Grundlagen für das Fernsehen geschaffen.

Hidden Champions bilden Innovation Hub

Burda, der Europa-Park und Herrenknecht gehören heute zu den großen Innovationstreibern in dieser mediengeschichtsträchtigen Region. Hubert Burda: „Hier in Baden werden Visionen gelebt. Das gilt auch für den weltweit führenden Tunnelbauer Martin Herrenknecht. In Baden treffen sich Hidden Champions aus Medien und Technologie auf höchstem Niveau. Der Europa-Park schafft es, Dreh- und Angelpunkt der Medien zu sein. Neben seinen Fahrattraktionen, Shows und Hotels ist Deutschlands größter Freizeitpark durchaus mit großen Studios wie Babelsberg in Potsdam oder der Bavaria-Filmstadt in München vergleichbar“. Jüngstes Beispiel für ein gemeinsames Projekt von Europa-Park und Burda war erst vergangene Woche die Wahl der „Miss Traumatica Moon Servants 2018“ vom Lifestylemagazin Playboy im Rahmen der von Michael Mack initiierten und international mehrfach ausgezeichneten „Horror Nights – Traumatica“. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit von Playboy und Europa-Park folgt.

Mit zusammen über 20.000 Mitarbeitern und einem geschätzten Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro gehören die drei badischen Unternehmen Hubert Burda Media, Europa-Park und die Herrenknecht AG zu den wirtschaftlichen Schwergewichten in Baden. Die „Big Player Badens“ beschlossen einen künftig regelmäßigen direkten Austausch untereinander.

Marketing-Ehrenpreis für Hubert Burda

Duschan Gert (r.), Präsident des Ortenauer Marketingclubs, übergibt den Marketing-Ehrenamtpreis an Verleger Hubert Burda © HBM

Der Ortenauer Marketingclub hat Hubert Burda den Ehrenpreis 2018 verliehen. Die feierliche Übergabe fand im Vorfeld zur offiziellen Gala (24.11.2018) im Media Tower in Offenburg statt.

Visonär, Vordenker, Symbolfigur

«Dr. Burda ist für uns eine Symbolfigur in der Region Baden, Ortenau und Offenburg. Ich glaube es gibt keinen, der Offenburg und die Region so nach außen getragen hat wie Dr. Burda.»

Duschan Gert, Präsident des Ortenauer Marketingclubs

Hubert Burda habe das Offenburger Familienunternehmen von einer Druckerei und einem Zeitschriftenverlag hin zu einem international agierenden Medien- und Technologiekonzern stetig weiterentwickelt. Hubert Burda sei ein Visionär, ein Mensch, der immer nach vorne geschaut hat. Das sei seine größte Stärke, als Vordenker die Chancen in der Medienwelt frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen, so Duschan Gert in seiner Laudatio auf den Ehrenpreisträger 2018.

Engagement für die Heimat

Es gebe heutzutage so viel mehr Preise für alles mögliche als Menschen, die sie entgegennehmen könnten, sagt Hubert Burda eingangs in seiner Dankesrede. Deshalb habe er für sich entschieden, künftig eigentlich keine Preise mehr anzunehmen. Der Ehrenpreis des Ortenauer Marketingclubs jedoch sei eine ganz besondere Ausnahme. Diesen nehme er sehr gerne an, als Anerkennung für das Engagement für seine Heimat. Hier gebe es so viele innovative Köpfe, tüchtige Frauen und Männer, so Burda – heute wie damals und verweist damit auch auf seine Eltern, „zwei Granaten“, die so viel bewegt, so viel erreicht haben. Aenne Burda, die sich als Eisenbahnertochter aus der Unterschicht in der Offenburger Gaswerkstraße Weltruhm erarbeitet hat. Diese beispiellose Erfolgsgeschichte mit der Karrierestart der Wirtschaftswunderfrau Aenne Burda Anfang der 50er Jahre mit Burda Moden wird in einem zweiteiligen Spielfilm am 5. und 12. Dezember um 20.15 Uhr in Das Erste noch mal eindrucksvoll nachgezeichnet.

Globaler Erfolg mit festen Wurzeln

„Mit der Heimat im Herzen hinaus in die Welt“: So lautete schon der Titel von Hubert Burdas Abituraufsatz und diesem Credo ist er bis heute treu geblieben. Dabei war und ist die beständige Veränderungsbereitschaft im Unternehmen Burda stets die Voraussetzung für die Innovationsfähigkeit und damit den Erfolg.

«Heute ist ‚der Laden‘ global geworden, aber immer noch in Offenburg verwurzelt und das ist wichtig.»

Hubert Burda, Verleger

Die Werte in einem Familienunternehmen vermittle er auch seinen Kindern. Er habe von frühester Kindheit an mitgekriegt, dass das, was Du geerbt hast nicht dein Besitz ist, sondern vielmehr ein Pfand, das es an die nächste Generation „vermehrend“ weiterzugeben gelte. „Ich danke sehr für diesen Preis!“

30 Jahre starke Frauen

Hubert Burda mit Schauspielerin Iris Berben © Michael Tinnefeld

Unternehmerischer Mut und eine Vision: Vor 30 Jahren brachte Hubert Burda das internationale Fashion-Magazin Elle nach Deutschland. Am Freitag, den 12. Oktober 2018, fand anlässlich des 30. Geburtstags der deutschen Elle auf Einladung von Burda-Vorstand Philipp Welte, BurdaStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz und Elle-Chefredakteurin Sabine Nedelchev, eine kleine, feine Jubiläumsfeier bei Verleger Hubert Burda in der Münchner Schackstraße statt. In traumhafter Kulisse bei sommerlichen Temperaturen feierten 40 ausgesuchte Gäste aus Mode, Kunst und Wirtschaft den runden Geburtstag. Darunter langjährige Freunde und Wegbegleiter der Elle und des Verlegers. Den Aperitiv gab es im Garten, das Menü im Stadtpalais am Siegestor von Sternekoch Bobby Bräuer.

Topmodel Toni Garrn, das Gesicht der Elle-Jubiläumsausgabe, war aus New York angereist, der internationale Modefotograf Lucian Bor kam aus Paris eingeflogen. Ebenfalls mit dabei: die Schauspielerinnen Iris Berben und Bibiana Beglau, Franziska Gräfin Fugger von Babenhausen, Prinzessin Isabelle zu Hohenlohe-Jagstberg, Judith Milberg, Janina Kugel (Personalvorstand Siemens), ProsiebenSat.1-Vorstand Sabine Eckhardt sowie Beate Wedekind, die erste Chefredakteurin der deutschen Elle.

So kam die Elle nach Deutschland

Am 17. Januar 1988 unterschrieben Verleger Hubert Burda und sein französischer Kollege Daniel Filipacchi in der Arabellastraße in München den Vertrag, den Elle nach Deutschland bringt. Zwei Visionäre, eine Idee: sich für Frauen stark zu machen! Am 21. September 1988 erscheint dann schließlich die erste deutsche Ausgabe. Es war der erste internationale Lizenztitel im Portfolio von Hubert Burda Media. Die ursprüngliche Idee des französischen Mutterblatts, Trends aufspüren und ein mutiges neues Frauenbild zu fördern, wurde mit ihr fortgeführt.

Feminismus im Chanel-Kostüm

Die erste Elle-Ausgabe weltweit erschien am 21. November 1945 in Frankreich. Hélène Gordon-Lazareff, französische Journalistin mit russischen Wurzeln, hat Elle vor 73 Jahren in Paris gegründet – der Beginn einer bis heute andauernden, weltweiten Erfolgsgeschichte. Ein Magazin für Frauen, die frei und selbstbestimmt leben – das wollte Elle sein. Und das in einer Zeit, in der die drei K (Kind, Küche, Kirche) noch das Rollenbild der Frau definierten. Elle überzeugte mit Eigensinn, Haltung und einem neuen Konzept. Die erste Ausgabe drehte sich um das uneingeschränkte Wahlrecht für Frauen, ein Rezept für Croque Monsieur, sowie Tipps, wie alte Kleider mit wenigen Handgriffen wieder neu erstrahlen. Diese Kombination aus politischer Stellungnahme und Themen rund um aktuelle Saumlängen und angesagte Frühlingsfarben war bis dato undenkbar. Schnell avancierte Elle zu einem Symbol des gesellschaftlichen Wandels. Elle berichtete, hinterfragte, klärte auf. Und vergaß dabei nie, was das Leben schön macht – Mode!

Von Elle entdeckt

Ihre Fähigkeit, den Zeitgeist vor anderen aufzunehmen, Trends und Schönheitsideale abzuleiten und journalistisch aufzubereiten, machten Hélène Gordon-Lazareff zu einer der wirklich erfolgreichen Frauen ihrer Zeit. 1949 entdeckte sie die bis dahin unbekannte Brigitte Bardot, als sie sie auf einem Bahnsteig sah und ihr hinterherrief: „Melden Sie sich bei mir! Wir müssen Fotos von Ihnen machen lassen!“ Vier Monate später war sie auf der Titelseite der französischen Elle. Auch die deutsche Elle hat viele Topmodels und Stil-Ikonen über die Jahre hinweg begleitet: Carla Bruni, Cindy Crawford, Tatjana Patitz, Linda Evangelista, Laetitia Casta, Diane Kruger sowie Claudia Schiffer, schon kurz nachdem sie entdeckt wurde – sie alle waren auf dem Cover und in Modestrecken, die schönsten Frauen der Welt, geshootet von Top-Fotografen.

Weitere Impressionen der Veranstaltung finden Sie auf Flickr.

Historischer Erfolg für die Verlage

Verleger Hubert Burda hatte 2006 EU-Kommissare (hier Charlie McCreevy) in den Medienpark nach Offenburg eingeladen, um für die Interessen der Verlage in einer digitalen Welt einzutreten © Wilfried Beege

Seit vielen Jahren hatte Verleger Hubert Burda gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern leidenschaftlich darum gekämpft, nun rückt ein eigenes Leistungsschutzrecht für die Verlage auf europäischer Ebene in greifbare Nähe. Das Europaparlament in Straßburg hat heute nach einem fast zwei Jahre andauernden Streit den Bericht zur Urheberrechtsreform gebilligt, der erstmals auch das sogenannte Europäische Verlegerrecht enthält. Mit Blick auf die hitzigen Debatten der vergangenen Wochen ist das Abstimmungsergebnis von 438 Befürwortern zu 226 Gegenstimmen ein enormer Erfolg.

Gegen alle Widerstände

Auf maßgebliches Betreiben des ehemaligen VDZ-Präsidenten Hubert Burda wurde von der EU-Kommission im September 2016 ein Europäisches Presseleistungsschutzrecht vorgeschlagen. Es soll Verlage in eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Suchmaschinen und Aggregatoren versetzen und dazu beitragen, die Erlöse entlang der journalistischen Wertschöpfungskette fairer zu verteilen. Seither wurde über die Vorschläge der Kommission heftig gestritten. Während sich Verlagsvertreter und Journalistenverbände für den zwischenzeitlich erarbeiteten Kompromiss des Berichterstatters Axel Voss einsetzten, führten die Gegner des neuen Gesetzes, zu denen die großen internationalen Plattformbetreiber und Vertreter der Netzgemeinde gehören, eine emotional aufgeheizte Debatte, die sich an der Behauptung entzündete, das freie Hyperlink-Setzen und damit die allgemeine Freiheit im Internet könnten bedroht sein. Obwohl der Berichterstatter im federführenden Rechtsauschuss immer wieder darauf verwiesen hat, dass es für Privatpersonen zu keinerlei Einschränkungen beim Teilen von Inhalten kommen würde, hat das gegnerische Lager auch nicht vor großangelegten und von U.S.-Plattformen finanzierten Desinformationskampagnen Halt gemacht. Dies hatte im Juli 2018 schließlich dazu geführt, dass die zunächst positive Entscheidung des Parlaments in Bezug auf den Urheberrechtsbericht in einer weiteren Abstimmung gekippt wurde. Die langjährige, intensive Arbeit von Abgeordneten aus fünf verschiedenen Ausschüssen wurde damit in Frage gestellt und für weitere Änderungsanträge geöffnet. Trotz zahlreicher Änderungsanträge, die entweder eine Streichung oder eine Verwässerung des Verlegerrechtes vorgesehen hätten, konnte sich der Berichterstatter Axel Voss am Ende durchsetzen. In den sogenannten Trilogverhandlungen wird nun weiter über den Text beraten.

Ehre, wem Ehre gebührt

Eine breite Allianz von Verlegern, Journalisten, Künstlern und Kreativen hat für das heutige Abstimmungsergebnis gekämpft, das nicht ohne die politische Weitsicht von Verleger Hubert Burda möglich gewesen wäre. Schon 2013 hatte er – gegen den weltweiten Trend des Abbaus von Urheberrechten – zusammen mit dem VDZ ein deutsches Leistungsschutzrecht für Presseverleger errungen. Nachdem sich der deutsche Markt angesichts der Marktmacht von Plattformen wie Google jedoch zunächst als zu klein erwiesen hatte, um das neue Recht effektiv durchsetzen zu können, sollte mit einem europaweiten Verlegerrecht die nächste Hürde genommen werden. Die Entscheidung des Europäischen Parlamentes ist damit nicht nur ein persönlicher Erfolg für Hubert Burda, sie ist auch ein bedeutender Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Erlöse in der gesamten europäischen Medienindustrie und sendet nach den Kartellentscheidungen im Fall von Google erneut eine klare Botschaft an die Adresse der internationalen Plattformgiganten: Europa allein macht die Spielregeln, an die andere sich hier zu halten haben.

Verleger Hubert Burda (damals VDZ Präsident) sprach schon 2014 mit dem EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso über die Notwendigkeit eines europaweiten Leistungsschutzrechts © Lander Loeckx

Quartier Senator Burda eingeweiht

Oberbürgermeisterin Edith Schreiner enthüllt die von Hubert Burda gestiftete Büste des Senators Franz Burda zur Einweihung des Quartiers Senator Burda auf dem ehemaligen Areal der Alten Burda-Druckerei © Iris Rothe für Hubert Burda Media

Hubert Burda hat am vergangenen Freitag zusammen mit Oberbürgermeisterin Edith Schreiner das neu gestaltete Stadtquartier am „Senator Franz Burda Park“ in Offenburg eingeweiht. Die nach seinem Vater benannte, frisch angelegte Parkanlage rahmt die neu bebaute Kronenwiese ein, das rund 30.000 Quadratmeter große Areal, auf dem ehemals die Alte Burda Druckerei stand. Burda hatte das Areal 2013 an ein Investoren-Trio verkauft. Seitdem sind hier in rund vier Jahren ein großes Gesundheitszentrum, ein Hotel, Gastronomie, ein Bauherrenzentrum, ein Parkhaus und zahlreiche Wohnungen entstanden. Das denkmalgeschützte alte Verwaltungsgebäude der Druckerei wurde komplett saniert, trägt heute den Namen Helios-Gebäude und beherbergt die Mitarbeiter von BurdaDirect. Insgesamt wurden 70 Millionen Euro in die Neugestaltung des Areals investiert.

Das Alte im Neuen verbunden

Durch die Namenswidmung des neu entstandenen Stadtquartiers mit Parkanlage werden die Erfolgsgeschichte des Unternehmens Burda, die auf diesem Boden ihren Anfang nahm, und der damit eng verknüpfte wirtschaftliche Aufschwung der Stadt Offenburg weiter in die Zukunft getragen. Hier am Ufer der Kinzig hat Senator Franz Burda Anfang der 50er Jahre seine erste Großdruckerei gebaut und seine Phantasie, seine Visionen mit großer unternehmerischer Leistung in die Realität umgesetzt. Burda entwickelte sich rasant zum größten Arbeitgeber der Stadt und ist heute ein Medien- und Tech-Unternehmen auf internationalem Parkett mit einem Milliarden-Umsatz. Ein Vermächtnis des Senators an seine Kinder und Kindeskinder – „ein Pfand, das vermehrt an die folgenden Generationen weitergegeben werden soll“, wie es Hubert Burda stets verstanden hat und dieses Wertempfinden auch an seine Kinder weitergibt.

Ein Ort der Begegnung

Die offizielle Einweihung des attraktiven Stadtentrées mit dem Senator Burda Park wurde mit einem großen Bürgerfest gefeiert. Alle Gebäude konnten an diesem Tag der offenen Tür auch besichtigt werden. Gaukler, Zauberer, Akrobaten und Musiker des Europaparks sorgten für Unterhaltung. Die Burda-Betriebskapelle spielte auf, Streetfoodtrucks kredenzten badische Spezialitäten, Freibier und Eis gab es zur Abkühlung bei hochsommerlichen 30 Grad und strahlend blauem Himmel. Im Foyer des Helios-Gebäudes konnten die Besucher des Fests eine Ausstellung zu Senator Franz Burda sehen. Auch eine der vielen erfolgreichen Magazinerfindungen des Senators konnten die Besucher live erleben. Passend zu einer Park-Einweihung präsentierten die Kollegen von Mein schöner Garten ihre Produkte und gaben auf Wunsch selbstverständlich auch gärtnerische Expertentipps. Bei einer Schnitzeljagd über das Gelände konnten die Teilnehmer attraktive Preise gewinnen. Der Erlös des Bürgerfests kommt dem Freiburger Förderverein für krebskranke Kinder zugute.

Ein Auge auf seine Kronenwiese wird Senator Franz Burda auch in Zukunft haben. Sein Konterfei steht jetzt als 64 Zentimeter große Büste auf einem steinernen Sockel am Eingang des Senator Burda Parks.

Ein Amt in allen Ehren!

Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, Preisträger Walter Schmider, Ortenaus Landrat Frank Scherer, Hubert Burda und Moderator Norbert Großklaus (v.l.n.r.) © Iris Rothe für Hubert Burda Media

Es heißt Ehrenamt, weil es dem Ausübenden eine Ehre ist, das Amt selbstlos, ganz ohne Eigennutz zum Wohle der Gemeinschaft zu übernehmen. Und doch wird dem Ehrenamt obgleich seiner unersetzlich wichtigen Funktion in der Gesellschaft noch viel zu selten selbst Ehre zuteil. Deshalb hat Hubert Burda 2012 den Senator-Ehrenamtspreis der Hubert Burda Stiftung ins Leben gerufen. Gestern ist die Auszeichnung zum 7. Mal in der Fondation Aenne & Franz Burda in Offenburg an einen „stillen Helden“ aus der Ortenau, dem Sitz der Stiftung, verliehen worden. Preisträger 2018 ist Walter Schmider aus Wolfach im Kinzigtal. Erstmals wurde diesmal zudem ein Sonderpreis für das Lebenswerk verliehen – an den Offenburger Jess Haberer.

Für Völkerverständigung und Toleranz

Walter Schmider, der ehemalige Rektor der Grund- und Werkrealschule Wolfach, ist seit über 50 Jahren ehrenamtlicher Leiter des Bildungswerks der katholischen Pfarrei Wolfach. Bei über 1000 Veranstaltungen und Reisen hat er viele Menschen zusammengebracht, für wertvollen Erfahrungsaustausch und Lebenshilfe gesorgt und sich in all seinem Tun für Religionsfreiheit, Völkerverständigung und Toleranz eingesetzt.

„In einer sich immer schneller drehenden Welt, in der die Menschen sich elektronisch näher sind als real, in der viele trotz Google-Maps & Co orientierungslos und entwurzelt sind, vermittelt bürgerliches Engagement à la Walter Schmider ein Gemeinschaftserlebnis über die Verbundenheit mit einer gemeinsamen Aufgabe. So werden Menschen wie Walter Schmider zu Vorbildern, die unsere Gesellschaft gerade auch in ihrer aktuellen Transformation dringend braucht.“
Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises

Sonderpreis für Offenburger Tausendsassa Jess Haberer

Mit einem Sonderpreis für das Lebenswerk wird das große gesellschaftliche Engagement von Jess Haberer, Offenburger Kommunalpolitiker, seit über 25 Jahren Leiter der Stadtkappelle und seit 50 Jahren Stammesvorsitzender der Pfadfinder St. Konradin gewürdigt. „Mr. Offenburg ist ein Tausendsassa in XXL-Format. Er ist ein Kommunikator, ein Motor, Ideengeber, ein Planer. Gerade das Ehrenamt, das im Mittelpunkt dieser Preisverleihung steht, verkörpert Jess Haberer für die Stadt Offenburg wie kein anderer“, so Oberbürgermeisterin Edith Schreiner. Der ehemalige Rektor der Georg-Monsch-Schule in Offenburg setzt sich seit Jahrzehnten in vielen Bereichen ehrenamtlich ein, wie in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, der Pflege der Offenburger Städtepartnerschaften, oder auch der traditionellen Fastnacht. Die Ehrenmedaille und Urkunde überreichte Hubert Burda an Jess Haberer.

„Ich freue mich ganz besonders, heute einen Mann auszuzeichnen, der diesem Geist, der Gesellschaft etwas Gutes zu tun, dem bonum commune so stark verbunden ist.“
Hubert Burda

Der Einsatz für das „bonum commune“ sei auch seit jeher der Geist von Burda gewesen, insbesondere des Namensgebers für diesen Preis, Senator Franz Burda.