Senator-Ehrenamtspreis 2019 verliehen

Sonderpreisträger Dr. Axel Richter, Schirmherr Oberbürgermeister Marco Steffens, Hubert Burda, Preisträgerin Loretta Bös, Schirmherr Landrat Frank Scherer und Heinz Spengler, Vertreter der Hubert Burda Stiftung © Iris Rothe für HBM

Loretta Bös aus Offenburg ist mit dem Senator-Ehrenamtspreis 2019 der Hubert Burda Stiftung für ihr großes, über Jahrzehnte andauerndes, ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. Sie ist Gründungsmitglied und Vorsitzende des „Kulturkreis Offenburg e.V.“, den es seit dem Jahr 1983 gibt. Der Verein ist Träger des Kulturzentrums KIK (Kultur in der Kaserne) auf dem Kulturforum in Offenburg. Das KIK wurde vor 25 Jahren, 1994, auf Initiative von Loretta Bös ins Leben gerufen.

Das KIK wurde zur Heimat für das Kommunale Kino, Jazzfreunde, Hip Hopper, Sprachstammtische, Musikschulprojekte, das Frauencafé sowie für diverse Bands, die dort im Keller die lang ersehnten Proberäume fanden. Loretta Bös bietet vielen jungen Künstlern die Möglichkeit, sich im KIK zu präsentieren. Über ihr kulturelles Engagement hinaus engagiert sie sich zudem kommunalpolitisch als Gemeinderätin sowie im sozialen Bereich.

Die Jury des Senator-Ehrenamtspreises würdigt mit der Auszeichnung den unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz von Loretta Bös im kulturellen Bereich seit nun über mehr als drei Jahrzehnten.

Sonderpreis für Dr. Axel Richter

Im Rahmen der Feierstunde zum Senator-Ehrenamtspreis 2019 in der Fondation Aenne & Franz Burda der Hubert Burda Stiftung in Offenburg wurde, wie bereits im vergangenen Jahr, auch wieder ein Sonderpreis für das Lebenswerk vergeben. Gewürdigt wird damit das große gesellschaftliche Engagement von Dr. Axel Richter, ehemaliger Chirurg am Offenburger Ortenau-Klinikum. Dr. Axel Richter ist seit 2013 Vorsitzender des Vorstands des gemeinnützigen Fördervereins „Pflasterstube“ im St. Ursulaheim für Wohnungslose in Offenburg. Der 76-Jährige setzt sich seit Jahrzehnten im sozialen Bereich ein und leistet mit seiner Arbeit im Team der „Pflasterstube“ einen so wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung von Obdachlosen in der Region.

Der Senator-Ehrenamtspreis wird seit 2012 jährlich vergeben. Ohne ehrenamtliches Engagement würden viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens kaum funktionieren. Der freiwillige und selbstlose Einsatz so vieler Menschen für Gesellschaft und Umwelt ist von unschätzbarem Wert. Der Senator-Ehrenamtspreis wurde ins Leben gerufen, um ehrenamtliches Engagement in Offenburg und in der Ortenau, dem Sitz der Hubert Burda Stiftung, zu würdigen. Marco Steffens, Offenburgs Oberbürgermeister, und Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, sind die Schirmherren der Preisverleihung. Die Preisträger bisher: Dorothea Oldak und Mathias Deger (2012), Dr. Rolf Geiger (2013), Denis Arifov (2014), Berndt Schnepf (2015), Regina Stein (2016), Marco-Sharif Khan (2017), Walter Schmider und Jess Haberer (2018).

Hubert Burda (Mitte) und Senator Ehrenamtspreisträgerin 2019, Loretta Bös (rechts) sowie Sonderpreisträger Dr. Axel Richter (links) © Iris Rothe für HBM
Loretta Bös, Senator Ehrenamtspreisträgerin 2019 © Iris Rothe für HBM
Sonderpreisträger des Senator Ehrenamtspreises für das Lebenswerk, Dr. Axel Richter © Iris Rothe für HBM

Generationenaustausch der Innovationsführer Badens

Links von hinten: Jacob Burda, Hubert Burda, Martin Herrenknecht, Martin-Devid Herrenknecht, Achim Kühn (Unternehmenskommunikation Herrenknecht AG). Rechts von hinten: Roland Mack, Thomas Mack, Michael Mack, Kari Albermann (Berater Burda)

Rust: Die drei großen badischen Familienunternehmen Hubert Burda Media, Europa-Park und die Herrenknecht AG wollen künftig mit gemeinsamen Aktionen den Südwesten und speziell die Oberrhein-Region noch stärker voranbringen. Das ist das Fazit eines generationenübergreifenden Treffens der Firmeninhaber jüngst im Europa-Park in Rust.

Auf Initiative von Hubert Burda trafen sich drei der innovativsten Familienunternehmen Badens mit der Absicht, ihre Interessen künftig stärker zu koordinieren. Neben Roland Mack, Martin Herrenknecht und Hubert Burda nahmen auch deren Söhne Michael und Thomas Mack, Martin-Devid Herrenknecht und Jacob Burda an dem Treffen teil. Eines der erklärten Ziele aller drei Unternehmen ist es, jungen Menschen neue Berufsbilder und Zukunftsperspektiven sowohl in der Medien- und Technologiebranche als auch in der Hightech- und Entertainmentindustrie aufzuzeigen. Dazu soll unter dem Motto „Baden Digital“ eine Konferenz ins Leben gerufen werden, an der sich auch Start Up-Unternehmen sowie die Hochschulen Karlsruhe, Offenburg und Furtwangen beteiligen sollen.

Innovationsfähigkeit mit Bodenhaftung

In Zeiten von Disruption und digitaler Business-Transformation ist Innovationsfähigkeit die Voraussetzung für unternehmerisches Wachstum und Zukunftssicherung.

«Uns fehlt in Deutschland oftmals der Mut, uns zu verändern und neu zu erfinden. Wir müssen uns hier in Europa auch bei der Digitalisierung nicht hinter den USA verstecken. Wir haben ein riesiges Potenzial in der Forschung, das es noch stärker zu nutzen gilt. Deutschland ist weit mehr als nur Weltmarktführer im Maschinenbau.»

Michael Mack, geschäftsführender Gesellschafter Europa-Park

Martin Herrenknecht: „Als Exportnation müssen wir für Fortschritt und ambitionierte Zukunftsperspektiven fighten. Unsere kostbarste Ressource sind top ausgebildete junge Leute, frei von Dogmen mit mutigen Visionen“.

Die Unternehmer beider Generationen waren sich dabei einig, dass vor allem die Nähe zu den Mitarbeitern und die Bodenhaftung die größten Stärken von Familienbetrieben sind. Roland Mack, geschäftsführender Gesellschafter Europa-Park: „Mittelständische Familienunternehmen sind die Treiber der deutschen Wirtschaft. Ich bin sehr froh, dass nun die nächste Generation neue Technologien mit großer Leidenschaft vorantreibt. Darin liegt unsere große Chance für die Zukunft“.

Media-Valley zwischen Schwarzwald und Vogesen

«Fernab der Metropolen hat sich entlang des Oberrheins von Karlsruhe über Straßburg und Offenburg bis Freiburg und Basel ein herausragender Medien- und Technologiecluster entwickelt, der seinesgleichen in ganz Europa sucht. Als Medien- und Technologiekonzern in einem Land mit Kultur und Tradition sind wir kontinuierlich auf kreativen Input, auf gut ausgebildete junge Leute, auf high potentials angewiesen.»

Hubert Burda, Verleger

Das Rheintal sei das Media-Valley – so innovativ wie weltweit vielleicht nur noch das Silicon Valley. Die Region mit dem Rhein als frühem „Kommunikationsstrom“ blicke auf über 1000 Jahre Mediengeschichte, erklärt Burda. Im Dreiländereck erfand Gutenberg den Druck, Schongauer den Kupferstich und in Basel stand die erste Papiermühle. Ferdinand Braun, der als Professor der Physik über viele Jahre an den Universitäten Karlsruhe und Straßburg wirkte, hat mit der Braunschen Röhre die Grundlagen für das Fernsehen geschaffen.

Hidden Champions bilden Innovation Hub

Burda, der Europa-Park und Herrenknecht gehören heute zu den großen Innovationstreibern in dieser mediengeschichtsträchtigen Region. Hubert Burda: „Hier in Baden werden Visionen gelebt. Das gilt auch für den weltweit führenden Tunnelbauer Martin Herrenknecht. In Baden treffen sich Hidden Champions aus Medien und Technologie auf höchstem Niveau. Der Europa-Park schafft es, Dreh- und Angelpunkt der Medien zu sein. Neben seinen Fahrattraktionen, Shows und Hotels ist Deutschlands größter Freizeitpark durchaus mit großen Studios wie Babelsberg in Potsdam oder der Bavaria-Filmstadt in München vergleichbar“. Jüngstes Beispiel für ein gemeinsames Projekt von Europa-Park und Burda war erst vergangene Woche die Wahl der „Miss Traumatica Moon Servants 2018“ vom Lifestylemagazin Playboy im Rahmen der von Michael Mack initiierten und international mehrfach ausgezeichneten „Horror Nights – Traumatica“. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit von Playboy und Europa-Park folgt.

Mit zusammen über 20.000 Mitarbeitern und einem geschätzten Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro gehören die drei badischen Unternehmen Hubert Burda Media, Europa-Park und die Herrenknecht AG zu den wirtschaftlichen Schwergewichten in Baden. Die „Big Player Badens“ beschlossen einen künftig regelmäßigen direkten Austausch untereinander.

Historischer Erfolg für die Verlage

Verleger Hubert Burda hatte 2006 EU-Kommissare (hier Charlie McCreevy) in den Medienpark nach Offenburg eingeladen, um für die Interessen der Verlage in einer digitalen Welt einzutreten © Wilfried Beege

Seit vielen Jahren hatte Verleger Hubert Burda gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern leidenschaftlich darum gekämpft, nun rückt ein eigenes Leistungsschutzrecht für die Verlage auf europäischer Ebene in greifbare Nähe. Das Europaparlament in Straßburg hat heute nach einem fast zwei Jahre andauernden Streit den Bericht zur Urheberrechtsreform gebilligt, der erstmals auch das sogenannte Europäische Verlegerrecht enthält. Mit Blick auf die hitzigen Debatten der vergangenen Wochen ist das Abstimmungsergebnis von 438 Befürwortern zu 226 Gegenstimmen ein enormer Erfolg.

Gegen alle Widerstände

Auf maßgebliches Betreiben des ehemaligen VDZ-Präsidenten Hubert Burda wurde von der EU-Kommission im September 2016 ein Europäisches Presseleistungsschutzrecht vorgeschlagen. Es soll Verlage in eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Suchmaschinen und Aggregatoren versetzen und dazu beitragen, die Erlöse entlang der journalistischen Wertschöpfungskette fairer zu verteilen. Seither wurde über die Vorschläge der Kommission heftig gestritten. Während sich Verlagsvertreter und Journalistenverbände für den zwischenzeitlich erarbeiteten Kompromiss des Berichterstatters Axel Voss einsetzten, führten die Gegner des neuen Gesetzes, zu denen die großen internationalen Plattformbetreiber und Vertreter der Netzgemeinde gehören, eine emotional aufgeheizte Debatte, die sich an der Behauptung entzündete, das freie Hyperlink-Setzen und damit die allgemeine Freiheit im Internet könnten bedroht sein. Obwohl der Berichterstatter im federführenden Rechtsauschuss immer wieder darauf verwiesen hat, dass es für Privatpersonen zu keinerlei Einschränkungen beim Teilen von Inhalten kommen würde, hat das gegnerische Lager auch nicht vor großangelegten und von U.S.-Plattformen finanzierten Desinformationskampagnen Halt gemacht. Dies hatte im Juli 2018 schließlich dazu geführt, dass die zunächst positive Entscheidung des Parlaments in Bezug auf den Urheberrechtsbericht in einer weiteren Abstimmung gekippt wurde. Die langjährige, intensive Arbeit von Abgeordneten aus fünf verschiedenen Ausschüssen wurde damit in Frage gestellt und für weitere Änderungsanträge geöffnet. Trotz zahlreicher Änderungsanträge, die entweder eine Streichung oder eine Verwässerung des Verlegerrechtes vorgesehen hätten, konnte sich der Berichterstatter Axel Voss am Ende durchsetzen. In den sogenannten Trilogverhandlungen wird nun weiter über den Text beraten.

Ehre, wem Ehre gebührt

Eine breite Allianz von Verlegern, Journalisten, Künstlern und Kreativen hat für das heutige Abstimmungsergebnis gekämpft, das nicht ohne die politische Weitsicht von Verleger Hubert Burda möglich gewesen wäre. Schon 2013 hatte er – gegen den weltweiten Trend des Abbaus von Urheberrechten – zusammen mit dem VDZ ein deutsches Leistungsschutzrecht für Presseverleger errungen. Nachdem sich der deutsche Markt angesichts der Marktmacht von Plattformen wie Google jedoch zunächst als zu klein erwiesen hatte, um das neue Recht effektiv durchsetzen zu können, sollte mit einem europaweiten Verlegerrecht die nächste Hürde genommen werden. Die Entscheidung des Europäischen Parlamentes ist damit nicht nur ein persönlicher Erfolg für Hubert Burda, sie ist auch ein bedeutender Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Erlöse in der gesamten europäischen Medienindustrie und sendet nach den Kartellentscheidungen im Fall von Google erneut eine klare Botschaft an die Adresse der internationalen Plattformgiganten: Europa allein macht die Spielregeln, an die andere sich hier zu halten haben.

Verleger Hubert Burda (damals VDZ Präsident) sprach schon 2014 mit dem EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso über die Notwendigkeit eines europaweiten Leistungsschutzrechts © Lander Loeckx

Ein Amt in allen Ehren!

Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, Preisträger Walter Schmider, Ortenaus Landrat Frank Scherer, Hubert Burda und Moderator Norbert Großklaus (v.l.n.r.) © Iris Rothe für Hubert Burda Media

Es heißt Ehrenamt, weil es dem Ausübenden eine Ehre ist, das Amt selbstlos, ganz ohne Eigennutz zum Wohle der Gemeinschaft zu übernehmen. Und doch wird dem Ehrenamt obgleich seiner unersetzlich wichtigen Funktion in der Gesellschaft noch viel zu selten selbst Ehre zuteil. Deshalb hat Hubert Burda 2012 den Senator-Ehrenamtspreis der Hubert Burda Stiftung ins Leben gerufen. Gestern ist die Auszeichnung zum 7. Mal in der Fondation Aenne & Franz Burda in Offenburg an einen „stillen Helden“ aus der Ortenau, dem Sitz der Stiftung, verliehen worden. Preisträger 2018 ist Walter Schmider aus Wolfach im Kinzigtal. Erstmals wurde diesmal zudem ein Sonderpreis für das Lebenswerk verliehen – an den Offenburger Jess Haberer.

Für Völkerverständigung und Toleranz

Walter Schmider, der ehemalige Rektor der Grund- und Werkrealschule Wolfach, ist seit über 50 Jahren ehrenamtlicher Leiter des Bildungswerks der katholischen Pfarrei Wolfach. Bei über 1000 Veranstaltungen und Reisen hat er viele Menschen zusammengebracht, für wertvollen Erfahrungsaustausch und Lebenshilfe gesorgt und sich in all seinem Tun für Religionsfreiheit, Völkerverständigung und Toleranz eingesetzt.

„In einer sich immer schneller drehenden Welt, in der die Menschen sich elektronisch näher sind als real, in der viele trotz Google-Maps & Co orientierungslos und entwurzelt sind, vermittelt bürgerliches Engagement à la Walter Schmider ein Gemeinschaftserlebnis über die Verbundenheit mit einer gemeinsamen Aufgabe. So werden Menschen wie Walter Schmider zu Vorbildern, die unsere Gesellschaft gerade auch in ihrer aktuellen Transformation dringend braucht.“
Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises

Sonderpreis für Offenburger Tausendsassa Jess Haberer

Mit einem Sonderpreis für das Lebenswerk wird das große gesellschaftliche Engagement von Jess Haberer, Offenburger Kommunalpolitiker, seit über 25 Jahren Leiter der Stadtkappelle und seit 50 Jahren Stammesvorsitzender der Pfadfinder St. Konradin gewürdigt. „Mr. Offenburg ist ein Tausendsassa in XXL-Format. Er ist ein Kommunikator, ein Motor, Ideengeber, ein Planer. Gerade das Ehrenamt, das im Mittelpunkt dieser Preisverleihung steht, verkörpert Jess Haberer für die Stadt Offenburg wie kein anderer“, so Oberbürgermeisterin Edith Schreiner. Der ehemalige Rektor der Georg-Monsch-Schule in Offenburg setzt sich seit Jahrzehnten in vielen Bereichen ehrenamtlich ein, wie in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, der Pflege der Offenburger Städtepartnerschaften, oder auch der traditionellen Fastnacht. Die Ehrenmedaille und Urkunde überreichte Hubert Burda an Jess Haberer.

„Ich freue mich ganz besonders, heute einen Mann auszuzeichnen, der diesem Geist, der Gesellschaft etwas Gutes zu tun, dem bonum commune so stark verbunden ist.“
Hubert Burda

Der Einsatz für das „bonum commune“ sei auch seit jeher der Geist von Burda gewesen, insbesondere des Namensgebers für diesen Preis, Senator Franz Burda.

Ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

Landrat Frank Scherer, Moderator Norbert Großklaus, Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, Hubert Burda, Preisträger Marco-Sharif Khan und Heinz Spengler (Vorstand der Hubert Burda Stiftung)

Zum 6. Mal hat die Hubert Burda Stiftung den Senator-Ehrenamtspreis für Offenburg und die Ortenau vergeben. 2012 initiiert durch Hubert Burda und benannt nach seinem Vater, Senator Franz Burda, dem das soziale Wirken eines Unternehmens innerhalb der Gesellschaft ein Herzensanliegen war, würdigt die Auszeichnung ehrenamtliches Engagement in der Region, in der Hubert Burda Media seinen Unternehmenssitz, seine Wurzeln hat.

Der Preisträger 2017 ist Marco-Sharif Khan aus Lahr. Der Vorsitzende und Gründer der gemeinnützigen musikalischen Jugendinitiative „Jugend-Musik-Werk Baden“ engagiert sich seit vielen Jahren vorbildlich im sozialen und kulturellen Bereich.

Die Begründung der Jury: „Der Preisträger schafft es, in der heutigen Zeit mit Musik Licht in die Herzen von Kindern und Jugendlichen zu tragen.“

Musik baut Brücken zwischen Menschen jedes Alters und jeder Herkunft, sie überwindet kulturelle und sprachliche Grenzen ebenso wie Barrieren im Kopf. Im „Jugend-Musik-Werk Baden“ lernen die Kinder fürs Leben – gegenseitiger Respekt, Akzeptanz und Wertschätzung – ganz nach dem Credo des Vereins: „Let’s rock and be a family“.

Auszeichnung für das Ehrenamt

Ehrenamtspreis_2016
Regina Stein erhält den Senator-Ehrenamtspreis 2016

Für ihre herausragende Leistung als „Stille Heldin“ im Ehrenamt erhält Regina Stein den Senator-Ehrenamtspreis 2016 der Hubert Burda Stiftung. Die 1. Vorsitzende und Mitgründerin des Fördervereins „Freunde und Förderer der Feldscheune Kehl“ engagiert sich seit vielen Jahren vorbildlich im sozialen und kulturellen Bereich.

Trotz ihrer seit 40 Jahren andauernden und immer wiederkehrenden Krebserkrankung habe Regina Stein ihren Lebenswillen und ihre Herzlichkeit nie verloren. Im Gegenteil – mit ganzer Kraft engagiere sie sich für andere Menschen, die ebenfalls an Krebs erkrankt sind, so die Jury. Regina Stein organisiert neben ihrem Engagement für kulturelle Events in der Kehler Feldscheune den sehr erfolgreichen Infotag „Krebs und was dann?“ Hier bringt Regina Stein versierte Mediziner und andere Fachleute aus dem Gesundheitsbereich, Physio- und Kunsttherapeuten sowie verschiedene Selbsthilfegruppen mit Interessierten, Betroffenen und Angehörigen zusammen.

Der Senator-Ehrenamtspreis der Hubert Burda Stiftung wird seit 2012 jährlich auf Initiative von Dr. Hubert Burda in Offenburg und der Ortenau, Stammsitz von Hubert Burda Media, vergeben.

Verständigung durch Verständnis

Hubert Burda und Wolfgang Schäuble mit dem Preis für Verständigung und Toleranz

Seit 2002 zeichnet das Jüdische Museum Berlin jährlich Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik aus, die einen besonderen Beitrag zum interkulturellen Verständnis leisten. Hubert Burda habe sich seit vielen Jahren für ein tolerantes Miteinander eingesetzt, so die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander in ihrer Laudatio auf den Verleger, nicht zuletzt mit der Gründung des „Hubert Burda Center for Innovative Communications“ an der Ben-Gurion-Universität in Israel.

„Verständigung, so erlebe ich das als Verleger, kann heute nur gelingen, wenn wir lernen, die einschneidende digitale und mediale Revolution zu verstehen, in der wir heute leben“, so Burda in seiner Dankesrede.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. „Die Felder, auf denen ich einen Beitrag zu Verständigung und Toleranz leisten durfte und darf, verlangen noch und wieder unseren ganzen Einsatz“, appellierte der Preisträger. „Auch 25 Jahre nach der Zeitenwende, die uns das Ende der Geschichte bringen sollte, wie manche versprachen, also den endgültigen Sieg der liberalen Demokratie, herrscht in der Welt ein eklatanter Mangel an Verständigung und Toleranz.“

Fortsetzung des Dialogs in Brüssel

Hubert Burda beim Dinner des European Publishers Council in Brüssel, neben ihm Neelie Kroes (Vizepräsidentin der Europäischen Kommission) und Francisco Balsemão (Impresa, EPC-Chairman) mit Kommissionspräsident José Manuel Barroso

Im Kreise europäischer Spitzenpolitiker erneuert Hubert Burda die Forderung nach fairen rechtlichen Rahmenbedingungen. Am Dienstag war er zum jährlichen Dinner des European Publishers Council (EPC) nach Brüssel gereist, einem der hochkarätigsten Zusammenschlüsse europäischer Verleger, den Burda 1991 mitbegründet hatte.

„Chancengleichheit für europäische Unternehmen im internationalen Wettbewerb“, so die Forderung des Verlegers in seiner Ansprache vor EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und den EU-Kommissaren Viviane Reding, Neelie Kroes, Androulla Vassiliou und Michel Barnier am Dienstag in Brüssel. Burda war zum jährlichen Dinner des European Publishers Council (EPC) gereist, einem der hochkarätigsten Zusammenschlüsse europäischer Verleger, den Burda 1991 mitbegründet hatte. Außer ihm waren u.a. Julia Jäkel (Gruner + Jahr), Stefan von Holtzbrinck, Michael Ringier, Rob Grimshaw (Financial Times), Kevin Beatty (Daily Mail) und Francisco Balsemão (Impresa) vor Ort.

Burda betonte zunächst die Bedeutung der Zeitschriften in der europäischen Medienlandschaft: Während Gattungen wie die Tageszeitung zunehmend unter Druck gerieten, investiere Burda in neue Magazine wie zuletzt Harper’s Bazaar und expandiere gleichzeitig in die digitale Welt: „Wir tun das eine, ohne das andere zu lassen“, so Burda mit Blick auf die duale Konzernstrategie, die dynamisches Wachstum in digitalen Geschäftsfeldern mit höchst erfolgreichem und international expansivem Magazingeschäft vereint.

Im Anschluss sprach der Verleger über die richtige Politik für die Consumer-Internet-Branche – ein Thema, das bereits vor zwei Wochen im Mittelpunkt stand, als eine Burda-Delegation zu politischen Gesprächen in Brüssel war. „Die USA haben das Consumer Internet früh zu einer strategischen Industrie gemacht, mit dem Resultat, dass alle wichtigen Mautstellen im Internet, wie etwa Online-Werbung, e-Commerce und App-Verkäufe von amerikanischen Unternehmen dominiert werden“, konstatierte der Verleger. „Europa dagegen hängt hinterher.“ Um den europäischen Unternehmen aber zumindest Chancengleichheit zu garantieren, müssten die massiven Wettbewerbsnachteile abgebaut werden, die durch rechtliche Asymmetrien entstünden – insbesondere in den Bereichen Datenschutz, Steuern und Suchmaschinenneutralität. Burdas Appell an die EU-Kommission: „Wir brauchen ein Level Playing Field, also gleiches Recht für alle und damit faire Chancen im Wettbewerb!“

Besondere politische Aufmerksamkeit, so Burda weiter, verdiene die Consumer-Internet-Branche, da sie andere Branchen immer stärker beeinflusse: „Hier werden Schlüsseltechnologien entwickelt, wie zum Beispiel Datenverarbeitung, die für andere Wirtschaftszweige immer wichtiger werden“, so Burda. „Wenn Europa im Consumer Internet abgeschlagen bleibt, wird sich dies bald auch auf die Automobilindustrie, den Biotechnologiesektor oder die Medizintechnik auswirken, wo diese Schlüsseltechnologien verstärkt zur Anwendung kommen“, prognostizierte Burda den Vertretern der EU-Kommission. Es müsse also auch im Interesse der Politik sein, eine wettbewerbsfähige Consumer-Internet-Branche in Europa zu haben.

Termin mit der Kanzlerin

Angela Merkel empfing Hubert Burda und weitere Vertreter der Medienwirtschaft

„Die Maxime der Medienpolitik sollte sein: Fairer Wettbewerb und Abbau rechtlicher Asymmetrien zwischen den Wettbewerbern.“ Mit diesem Plädoyer wandte sich Hubert Burda am Dienstag an Angela Merkel, die den Verleger und weitere Vertreter der deutschen Medienwirtschaft zu einem Spitzengespräch nach Berlin eingeladen hatte. Ziel des Gesprächs war ein Meinungsaustausch über aktuelle Themen der Medienpolitik.

Dabei herrschte Einigkeit, dass politischer Handlungsbedarf bestehe. Teilweise seien zwar richtige Schritte zur Modernisierung des Rechtsrahmens unternommen worden – beispielsweise die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger, das sowohl die Kanzlerin als auch Burda als wichtigen Baustein eines fairen medienpolitischen Ordnungsrahmens und Modell für andere Länder bezeichneten. In anderen Politikfeldern hingegen gebe es noch viel zu tun, so der Verleger: In Deutschland gehe es etwa um neue Regelungen zur Pressefusionskontrolle und zum Presse-Grosso, in Europa um „Fair Search“ (also das Gebot der Neutralität von Suchmaschinen gegenüber allen Inhalteanbietern), um die Novellierung des Datenschutzrechts und die Reformierung der Steuergesetzgebung – ein Thema, dem sich die Bundesregierung widmen wolle, wie die Kanzlerin mitteilte.

Beide Seiten vereinbarten, im fortlaufenden Dialog zu bleiben.

Das Gespräch mit der Bundeskanzlerin fand im Rahmen der Arbeit der „Deutschen Content Allianz“ statt, einer Initiative von Verbänden und Organisationen mit dem Ziel, Politik und Öffentlichkeit für die Anliegen der Medienwirtschaft zu sensibilisieren. Neben Hubert Burda – als Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger – nahmen u. a. Monika Piel (WDR), Thomas Bellut (ZDF), Helmut Heinen (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger), Gottfried Honnefelder (Börsenverein des Deutschen Buchhandels), Dieter Gorny (Bundesverband Musikindustrie), Jürgen Doetz (Verband Privater Rundfunk und Telemedien) sowie die Schauspielerin Iris Berben (als Vertreterin der Deutschen Filmakademie) teil.

Verleger hilft Münchnern in Not

Hubert Burda bei der Scheckübergabe mit Christian Ude und Harald Strötgen

Im Alter alleinstehend und ohne soziales Netzwerk sein – was das bedeutet, mag sich kaum einer vorstellen. Und doch müssen viele der älteren Münchner Bürger derzeit genau dies erleben: sie sind auf die Hilfe anderer angewiesen, haben aber niemanden, der sie auffängt. „Unsere Gesellschaft wird älter und es gibt zahlreiche Menschen, die im Alter alleine sind und sich schwer tun mit dem Leben. Es ist wichtig, diesen Menschen zu helfen, ihnen zur Hand zu gehen und ihnen das Leben in München ein Stück lebenswerter zu machen“, appelliert Verleger Hubert Burda. Um einen persönlichen Beitrag zu leisten, hat der Verleger 80.000 Euro an die Stiftung „Wir helfen München“ gespendet und macht damit den Start eines Programms möglich, mit dem alleinstehende Bürger lebenspraktische Hilfe erhalten. Den Spendenscheck nahmen Oberbürgermeister Christian Ude, Schirmherr der Stiftung, und Harald Strötgen, Chef der Stadtsparkasse München und zugleich Stiftungsvorstand, am Donnerstag in einer kleinen Feierstunde entgegen.

Hubert Burda erklärte, es sei ihm wichtig, der Stadt München, in der es ihm und seiner Familie so gut geht, als „Zugereister“ etwas zurückzugeben. Mit dem sozialen Engagement wolle er außerdem anderen ein Beispiel dafür geben, Ähnliches zu tun. „Und wenn das Geld richtig ankommt, dann war das heute ein schöner Tag!“

Die Stiftung „Wir helfen München“ ist aus einem Zusammenschluss Münchner Unternehmen entstanden. Ihr Ziel: Münchnerinnen und Münchnern in Not unter die Arme zu greifen. Im Rahmen dieses Engagements soll nun auch das neue Projekt angeschoben werden. Christian Ude: „Dieses Projekt ist besonders notwendig, denn Altersarmut, Alterseinsamkeit und Altershilflosigkeit stellen ein immer dramatischer werdendes Problem dar.“ Akuter Bedarf ergibt sich häufig durch den Tod eines Ehepartners oder im Falle einer plötzlich auftretenden gesundheitlichen Beeinträchtigung – vor allem in der Anonymität einer Großstadt. Das Konzept zur Alltagshilfe für alleinstehende, ältere Personen ohne Angehörige: Ehrenamtliche Helfer unterstützen dabei, wieder neue Kontakte zu schließen, indem sie den älteren Menschen Zugang zu sozialen Netzwerken in ihrer Umgebung vermitteln. Sie helfen bei Behördengängen und Bankgeschäften und wenn nötig auch dabei, eine ambulante Pflege oder auch den Umzug in ein Seniorenwohnheim zu organisieren.

„Ohne die Unterstützung von Hubert Burda wäre das Projekt nicht möglich gewesen“, dankte Harald Strötgen bei der Scheckübergabe. Die Finanzierung des Projektes ist nun für die nächsten zwei Jahre gesichert.