Mit der Heimat im Herzen hinaus in die Welt

Hubert Burda mit Ehefrau Maria Furtwängler und seinen Kindern Elisabeth und Jacob bei seinem Geburtstagsfest in München © Michael Tinnefeld

Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 140 Stundenkilometern war der Empfang im wahrsten Sinne des Wortes stürmisch, als Hubert Burda Montagmorgen um elf Uhr in der Arabellastraße ankam, um sich an seinem 80. Geburtstag von Mitarbeitern und Weggefährten feiern zu lassen. Und auch das Programm des Festtags war bewegend: Besuch vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter, ein Ständchen des Vorstands, zwei Songs von Tochter Elisabeth, Gesang des BurdaForward-Chors, dazu ein herziges Video der Burda Bande und ein gemeinsames Essen mit den Mitarbeitern: Diese und andere Zutaten machten Hubert Burdas Geburtstagsfeier in München zu einem glanzvollen und sehr emotionalen Festakt. Hunderte Burda-Kollegen und zahlreiche Ehrengäste, darunter CSU-Ehrenmitglied Edmund Stoiber, Schauspieler Fritz Wepper, Komponist Eberhard Schoener und Ex-McKinsey-Chef Herbert Henzler, hatten sich im liebevoll umdekorierten Medienrestaurant und in der Burda Bar versammelt, um den Verleger an seinem runden Geburtstag zu würdigen. Als Unternehmer und Schöngeist, als Visionär und Vorbild, als Kamerad und Freund.

Bei seiner Ankunft wurde Hubert Burda im Foyer mit dem Sponsel-Marsch der beiden Tegernseer Buam begrüßt, seinen langjährigen Haus- und Hofmusikanten. Und der Verleger bekam ein Geschenk des Vorstands, an dem er sich jeden Tag in seinem Garten erfreuen kann: ein Kirschbaum aus Offenburg samt einer Gartenbank aus Badener Holz zum Verweilen. Ein Stück badische Heimat mitten in München – samt einem eingravierten Spruch, der Hubert Burdas Lebensphilosophie perfekt beschreibt: „Mit der Heimat im Herzen hinaus in die Welt.“

Bewegende Reden

Auf der Bühne begrüßte CEO Paul-Bernhard Kallen Hubert Burda und alle Gäste. Er würdigte den Verleger in seiner sehr persönlichen Rede als „disruptiven und innovativen Unternehmer“, der Bilder, Zusammenhänge und Chancen sieht, die andere nicht sehen. „Er erkennt Veränderungen und haarfeine Risse im Bestehenden, die ihm Chancen signalisieren. Er glaubt so stark an Bilder, dass er seine ganze Energie und seine Schaffenskraft einsetzt, um sie zu realisieren. Hubert Burda ist ein disruptiver Unternehmer und einer der erfolgreichsten der ganzen Republik. Und ohne seine Bodenständigkeit und seine Ordnung wäre er nie so erfolgreich geworden.“

Paul-Bernhard Kallen zitierte, unter Lachern im Publikum, die berühmte, vom Verleger auch gerne mal im Aufzug gestellte Frage: „Und was schaffen Sie eigentlich bei uns?“. „Dieses ‚was schaffen‘ treibt den Verleger ins Büro. Das sind sein Grundverständnis und seine Erwartungen an alle.“ Die andern zwei Fragen, die den Verleger beschäftigen würden, seien: „What’s news? – Und was heißt das für Burda?“ sowie „What’s the next big thing?“. Die Transformation vom deutschen Druck- und Verlagshaus zum internationalen Technologie- und Medienunternehmen sei einfach großartig. Paul-Bernhard Kallen drückte dem Verleger seinen ganz persönlichen Dank aus: „Sie waren in schwierigen Zeiten stabil und in leichten Zeiten fordernd. Ich wusste immer, wo Sie stehen und da standen Sie auch, wenn es stürmte.“

Dass Hubert Burda auch in jungen Jahren privat stürmische Zeiten durchleben musste und dabei stets die Ruhe bewahrte, betonte Ministerpräsident Markus Söder, der von Jacob Burda angekündigt wurde. Söder lobte die Verdienste des Verlegers und bewunderte Hubert Burda dafür, dass dieser trotz eines strengen Vaters immer seinen eigenen Weg gegangen sei: „Dazu gehört ein großer, starker Charakter. Die Idee, mit dem Focus den „Spiegel“ auf Augenhöhe herauszufordern, war eine tollkühne Idee und eine fantastische Leistung. Mein Respekt vor diesem Mut und dieser Kraft, das durchzuhalten.“ In puncto Digitalisierung habe der Verleger dem Freistaat einen großen Dienst erwiesen, weil er andere ermutigt habe, diesen Weg zu gehen. „Sie haben uns in der Politik damals alle inspiriert und Sie haben uns schon damals die Richtung gewiesen. Dass Bayern heute so ein digitaler Standort ist, lag daran, dass Sie Edmund Stoiber beeinflusst haben, der Digitalisierung dann zu einem großen Thema gemacht hat. Es gibt zwar keine Ehrenbürgerwürde für Bayern, aber wenn es die gäbe, Sie hätten sie verdient. Wir ehren heute nicht nur einen Medienmogul und Schöngeist, wir ehren auch einen bedeutenden Mann und einen guten Menschen.“

Auch Oberbürgermeister Dieter Reiter würdigte Hubert Burda, der letztes Jahr immerhin zum Ehrenbürger Münchens ernannt wurde, für seine Verdienste und sein Engagement für die Stadt. Er habe für München viel getan. Für die Pinakothek, für die Glyptothek, für das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz. „Und ohne Sie hätte München nicht diesen herausragenden Ruf als Medienstandort. Danke dafür! Wir sind stolz, Sie hier zu haben.“ Mit diesen Worten übergab er dem Verleger ein Geschenk: München in Form einer kleinen Weltkugel.

Berührende Auftritte

Ein musikalisches Highlight war das originelle Ständchen, das der Burda-Vorstand, Paul-Bernhard Kallen, Philipp Welte, Holger Eckstein, Andreas Rittstieg und Martin Weiss, dem Verleger darbot – angelehnt an Reinhard Meys „Über den Wolken“, kreativ umgedichtet auf Hubert Burda. Nicht nur der Gesang, auch das Outfit war perfekt – coole Pilotenbrillen inklusive. Unter der Leitung von Impresario Philipp Welte, der charmant durch das Geburtstagsprogramm führte, bekam der Chor stürmischen Applaus.

Danach hatte auch der BurdaForward-Chor in eigens bedruckten „The Good News Gang“-T-Shirts einen Auftritt mit einer umgedichteten Hymne auf den Verleger. Für einige Lacher sorgten auch die Mitarbeiter-Kinder aus der Burda Bande, die in einem dreiminütigen Video einen Tag im Leben von Hubert Burda nachgespielt hatten.

Besonders emotional wurde es, als Elisabeth Furtwängler ihrem Vater auf der Bühne gratulierte und einige Lieder vortrug. Ein Medley aus seinen Lieblingssongs von „Let it be“ über „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ bis zu „Volare“ und ein ganz persönliches Lied, das sie eigens für ihn geschrieben hatte. „Ich bin wahnsinnig stolz auf meinen Vater“, sagte sie. „Und er ist immer für mich da.“

Sichtlich gerührt bedankte sich Hubert Burda anschließend bei ihr, seiner Frau Maria und allen Gratulanten und gab seinen geschätzten Mitarbeitern einen wichtigen Rat für stürmische Zeiten mit auf den Weg: „Es gehört zum Leben dazu, dass man mal was auf die Schnauze kriegt. Wenn Sie was riskieren, können Sie verlieren. Aber es kommt dann darauf an, aufzustehen und weiterzumachen. Und es gibt ein Lied, das mir in meinen Krisen geholfen hat: ‚I am a rock, I am an island‘ von Simon & Garfunkel. Das habe ich so oft gehört, bis ich selber dieser Fels wurde und aus meiner eigenen Kraft überleben konnte. Und das war die Kraft der Imagination, die Kraft der Vorstellung. Und diese Energie, diese Kreativität spüre ich auch, sobald ich dieses Haus betrete. Das ist einfach das Schönste.“

Die Burda-Vorstände mit origineller Gesangseinlage © Michael Tinnefeld
Ministerpräsident Markus Söder © Sabine Brauer / BrauerPhotos
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter © Sabine Brauer / BrauerPhotos
Hubert Burda und Paul-Bernhard Kallen © Michael Tinnefeld
Philipp Welte, Holger Eckstein, Andreas Rittstieg und Edmund Stoiber © M. Tinnefeld
Lothar Strobach, Christa Maar und Eberhard Schoener © Michael Tinnefeld
Steffi Czerny und Robert Pölzer mit den Tegernseer Buam
Elisabeth Furtwängler, Jacob Burda und Maria Furtwängler © Michael Tinnefeld
Elisabeth Furtwängler bei ihrem Auftritt © Sabine Brauer / BrauerPhotos
Jacob Burda bei der Ankündigung von Markus Söder © Michael Tinnefeld
Patricia Riekel und Helmut Markwort © Michael Tinnefeld
Herbert Henzler, Jan Fleischhauer und Stephan Sattler © Sabine Brauer/BrauerPhotos
Hubert Burda mit seinem langjährigen Freund Fritz Wepper © Michael Tinnefeld
Zu den Feierlichkeiten waren hunderte Gäste zusammengekommen © Michael Tinnefeld
Der BurdaForward-Chor schenkte Hubert Burda ein Ständchen © Sabine Brauer / BrauerPhotos

Gratulationen zum Geburtstag

Verleger Hubert Burda

Mit Hubert Burda Media hat er eines der größten Medienhäuser Deutschlands aufgebaut, das mit vielfältigen Publikationen ein Millionenpublikum unterhält. Nun feiert Hubert Burda seinen 80. Geburtstag und zahlreiche Prominente, Politiker und Chefredakteure aus dem eigenen Haus gratulieren bei Focus Online dem Verleger zu seinem Wiegenfest. In folgendem Panorama sehen Sie eine Auswahl der Gratulanten:

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg

„Hubert Burda ist Badener durch und durch, auch wenn er eine zweite Adresse in München hat. Er ist offen und neugierig und man merkt ihm die badische Lebensfreude deutlich an. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich ihn treffe. Als kluger Unternehmer zeichnet ihn seine visionäre Kraft aus, mit der er tief in die Gesellschaft hineinwirkt. Aus dem traditionsreichen Offenburger Druck- und Verlagshaus hat er einen Weltkonzern gemacht. Lieber Hubert Burda, von Herzen alles Gute zum 80. Geburtstag. Und frisch auf, wie es im Badnerlied heißt.“

Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident

„Herzliche Gratulation zu Ihrem 80. Geburtstag! Sie schreiben deutsche und europäische Mediengeschichte. Die Digitalisierung der Medienwelt haben Sie maßgeblich mitgestaltet. Dabei haben Sie immer weit über Ihr Unternehmen hinausgeblickt.“

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

„Verehrter Herr Burda, lieber Hubert, zu Deinem Jubiläumsgeburtstag gratuliere ich Dir ganz herzlich und wünsche Dir, auch im Namen der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, alles erdenklich Gute. Von ganzem Herzen sage ich: „Danke – Du bist ‚a Mensch‘!“

Im Jüdischen braucht es kein extra Adjektiv, um das auszudrücken, wofür selbst Goethe drei Worte brauchte: edel, hilfreich und gut. Das bist Du! Und ergänzen möchte ich: tatkräftig und großherzig, bewundernswert gebildet und klug, voller Witz und Esprit, couragiert und visionär und nicht zuletzt von einem umwerfenden Charme. Das soll noch lange so bleiben! Mazal tov – ad meah ve‘esrim! (Viel Glück – auf ein Leben bis 120!). Deine Charlotte Knobloch.“

Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin

„Ein Visionär, ein Vordenker in der Medienwelt wird 80: Herzlichen Glückwunsch, lieber Herr Burda! Burda: Ein Begriff. Ein Statement. Und ein gutes Stück deutscher Mediengeschichte in seiner ganzen Bandbreite. Stets im Wandel. Erst Print, dann Digital, jetzt Crossmedial. Mit Hubert Burda ist der Verlag zum Vorreiter geworden. Die Lektüre der Burda-Medien – das gehört nicht nur für uns Politiker dazu, um umfassend informiert zu sein. An ihnen kommt keiner vorbei, ob im Print oder online. Und ja, lieber Herr Burda, ich ärgere mich auch mal über Berichte in Ihren Formaten. Aber das muss so sein. Verantwortlicher Journalismus kennt nicht nur eine Richtung. Dafür stehen Sie seit vielen Jahren, das zeichnet Sie aus. An Geburtstagen wird die Person gefeiert und Ihr Tun gewürdigt – da reicht ein Tag gar nicht aus … Und so wünsche ich Ihnen zu Ihrem Ehrentag, einem runden zumal, Gottes Segen – bleiben Sie heiter und gesund!“

Anja Karliczek, Bundesforschungsministerin

„Hubert Burda ist ein großer Verleger, aber vor allem auch ein Mensch, der sich stark für unser Gemeinwesen engagiert. Mit der Felix Burda Stiftung hat Hubert Burda eine wichtige Organisation geschaffen, deren Ziel es ist, Fortschritte im Kampf gegen Krebs zu erreichen. Dieser Kampf gegen den Krebs eint uns, und wir setzen uns in der Nationalen Dekade gegen Krebs gemeinsam mit vielen anderen dafür ein, möglichst viele Krebsneuerkrankungen in Zukunft zu verhindern. Für dieses gesellschaftliche Engagement danke ich Hubert Burda von Herzen. Zum 80. Geburtstag wünsche ich ihm alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen.“

Sigmar Gabriel, Bundesminister a.D.

„Zu seinem 80. Geburtstag gratuliere ich Hubert Burda von Herzen und hoffe, dass er sich fröhlich im Kreis seiner Familie und Freunde feiern lässt. Denn das hat er wirklich verdient. Wenn ich Hubert Burda als eine der bedeutendsten Unternehmer- und Verlegerpersönlichkeiten bezeichne, wird mir sicher niemand widersprechen. Der promovierte Kunsthistoriker – daran darf man durchaus gerade deshalb erinnern, weil es nicht wenige überraschen dürfte – formte die von seinem Großvater 1903 in Offenburg gegründete Druckerei nach dem Tode seines Vaters 1986 zu einem der größten Medienkonzerne Deutschlands. Burda Moden, Bild+Funk, Bunte, Super Illu, die Computerfachzeitschrift Chip, Freundin und besonders das Nachrichtenmagazin Focus sind Marken, die heute wirklich jede und jeder hierzulande kennt. Focus Money, Focus Online, aber auch die soziale Plattform Xing seien als weitere Beispiele genannt.

Der Grund dieses so umfangreichen wie erfolgreichen Wirkens dürfte in Hubert Burdas Neugierde liegen. Sich nie mit dem Erreichten zufrieden zu geben, gerade das bislang Unbekannte ergründen und ausprobieren zu wollen, sind die herausragenden Eigenschaften der großen Unternehmerpersönlichkeit Hubert Burdas. Dazu gehörte auch, frühzeitig die Risiken und Chancen des digitalen Zeitalters zu erkennen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an meinem Besuch der Digitalkonferenz DLD – eine Marke, die wohl nur unter ihm in seinem Haus entstehen konnte – in München im Frühjahr 2018. Er führte aus, dass angesichts der enormen Geschwindigkeit des digitalen Wandels und Entwicklungen wohl in 10 Jahren auch in seinem Unternehmen kein Stein mehr auf dem anderen mehr sein werde.

Mag sein! Wenn jedoch der Geist der Neugier und Aufgeschlossenheit, wie er von Hubert Burda vorgelebt wird, gegenüber heute noch Unbekanntem auch künftig wesentlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie bleibt, wird sein Lebenswerk weiter erfolgreich bestehen und die Herausforderungen meistern! Sehr geehrter Herr Dr. Burda! Alles Gute zu Ihrem 80. Geburtstag!“

In Gedenken an Frieder Burda

Ein Bild des Künstlers Andy Warhol aus dem Jahr 1982: Die Brüder Hubert Burda, Franz Burda und Frieder Burda (v.l.n.r.) © HBM

Frieder Burda, der Bruder von Verleger Hubert Burda, ist am Sonntag im Alter von 83 Jahren in Baden-Baden gestorben. Er hinterlässt seine Ehefrau Elke und vier Kinder – eines davon ist Patricia Kamp, die mit dem Museum Frieder Burda dessen Lebenswerk weiterführen wird. Hubert Burda konnte sich von seinem Bruder am Freitag in Baden-Baden persönlich verabschieden.

«Frieder und mich hat immer unsere tiefe Liebe zur Kunst verbunden. Mein Bruder hat ihr nach dem Tod unseres Vaters sein Leben gewidmet, und er hinterlässt der Welt mit über 1000 frei zugänglichen Meisterwerken ein großartiges Vermächtnis.»

Hubert Burda

Vor wenigen Wochen erst war das Buch „Von Mougins nach Baden-Baden. Frieder Burda und die Kunst“ erschienen. Die ARD-Journalistin Bernadette Schoog hat die Lebensgeschichte Frieders nachgezeichnet, und unter anderem gezeigt, welch große Rolle die Kunst in der Familie Burda schon ab den 50er und 60er Jahren einnahm.

Beteiligung an Axel Springer

Bis 1986, dem Todesjahr des Senators Franz Burda, war Frieder Burda im Verlag verantwortlich für Finanzen, Verwaltung und Beteiligungen. Im Laufe der Jahre war durch zahlreiche Zu- und Verkäufe aus dem Druck- und Verlagshaus eine große Unternehmensgruppe entstanden, die nach dem Tod von Franz Burda im Jahr 1986 neu geordnet wurde. Die Brüder Franz und Frieder übernahmen sämtliche Beteiligungen, unter anderem an den US-amerikanischen Druckereien, deutschen Papierfabriken und dem österreichischen Pressevertrieb. Am lukrativsten waren die Anteile am Verlagshaus Axel Springer, schon 1983 hatte Frieder Burda insgesamt 24,9 % an dem Unternehmen gekauft. Verleger Hubert Burda wurde alleiniger Gesellschafter der Burda GmbH mit Sitz in Offenburg, wo alle Druck- und Verlagsaktivitäten gebündelt waren. Mit dieser „Realteilung“ waren die Geschäfte klar getrennt und Frieder Burda schaffte es, die Anteile an Axel Springer für seinen Bruder Franz und sich bis auf eine Sperrminorität zu erhöhen.

Leidenschaft für den Erhalt Jerusalems

Über eine persönliche Freundschaft zum damals legendären Bürgermeister Jerusalems, Teddy Kollek, lernt Frieder Burda diese Stadt kennen und lieben. Über die Jerusalem Foundation, die er mitgründet, können 1986 die dringend erforderlichen Renovierungsarbeiten am „Löwentor“ in der Via Dolorosa aufgenommen werden. Nicht nur Verleger Axel Springer ist beeindruckt von der tatkräftigen Hilfe. Gemeinsam mit Axel Springer empfinden beide Brüder Frieder und Hubert eine besondere Verantwortung der deutschen Verlage für die Zukunft Israels und Jerusalems als die Wiege unserer Kultur.

Ein Leben für die Kunst

Seine Lebensaufgabe fand Frieder Burda nach der Realteilung in der Kunst. Mit Anfang 30 kaufte er 1968 ein Bild des zeitgenössischen Malers Lucio Fontana für etwa 3.500 D-Mark und legte damit den Grundstein seiner Kunstsammlung. Seit Mitte der 1980er Jahre sammelte Burda dann intensiv und systematisch die Werke von Gerhard Richter und Sigmar Polke. Zusätzlich widmete er sich dem deutschen Expressionismus mit Werken von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Wilhelm Lehmbruck und August Macke. Der amerikanische abstrakte Expressionismus mit Werken von Jackson Pollock, Arnulf Rainer, Willem Kooning und Mark Rothko bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Heute umfasst die Sammlung über 1000 Meisterwerke moderner und zeitgenössischer Kunst.

Um die Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde 1998 die „Stiftung Frieder Burda“ gegründet, Frieder Burda blieb bis zuletzt ihr einziger Stifter und finanzierte alles aus seinem privaten Vermögen. 2002/03 entschied sich die Stiftung zum Neubau „Sammlung Frieder Burda“ in Baden-Baden und beauftragte den New Yorker Stararchitekten Richard Alan Meier, der das zunächst umstrittene Projekt umsetzte. Im Oktober 2004 konnte Frieder Burda das Museum in der Baden-Badener Lichtentaler Allee eröffnen. Heute ist der „Palast des Lichts“ eines der bedeutendsten Museen für moderne Kunst in Europa und ein kultureller Magnet für Baden-Baden. Das große Erbe wurde Patricia Kamp von Frieder Burda schon vor Jahren in die Hände gelegt. Nun ist es an der 37-jährigen leidenschaftlichen Kuratorin, das großartige Vermächtnis ihres Stiefvaters in die Zukunft zu führen.

„Die schönste Stadt der Welt“

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Hubert Burda

Hubert Burda ist Ehrenbürger der Stadt München. Damit reiht sich der Verleger in die Riege von insgesamt 60 Persönlichkeiten ein, darunter auch Richard Strauß, Joseph von Fraunhofer oder Carl Orff, denen diese Ehre in der Vergangenheit ebenfalls zuteil geworden ist.

Der Oberbürgermeister Münchens, Dieter Reiter, stellte bei der Verleihungszeremonie im Alten Rathaus die herausragenden Leistungen der Ehrenbürger heraus, die sich im hohen Maße um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Der Schriftsteller Michael Krüger hielt, in einem für die Verleihungszeremonie vorab aufgezeichneten Video, die Laudatio auf Hubert Burda. Darin lobte Krüger Hubert Burdas Engagement für die kulturelle Vielfalt in München.

Der Verleger habe sich unter dem Motto „Paten für Toleranz“ für das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz stark gemacht und sei auch Preis- und Stiftungsgründer zur Förderung von Kunst und Wissenschaft, Völkerverständigung und Literatur in der Landeshauptstadt.

Anfang der 60er-Jahre ist der Offenburger Burda-Verlag nach München gekommen und hat hier nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch neue Technologien etabliert: „Wir waren die ersten in der Stadt, die mit Internet und Inhalten gearbeitet haben“, erinnerte sich Hubert Burda in dem dreiminütigen Einspieler und betont, dass München für ihn „die schönste Stadt der Welt“ sei.

In Anwesenheit seiner Frau Maria Furtwängler und Tochter Lisa Furtwängler nahm Hubert Burda die Ehrenbürgerurkunde vom Oberbürgermeister entgegen. In seiner Dankesrede erklärte der Verleger, dass diese Ehrung ein großer Moment in seinem Leben sei und dass er der Stadt viel zu verdanken habe.

«Ohne München wäre der Verlag nicht zu dem geworden, was er heute ist.»

Hubert Burda

Neben Hubert Burda zählen die Schauspielerinnen Michaela May und Jutta Speidel, Franz Herzog von Bayern, die Publizistin Rachel Salamander und der frühere Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Heinrich Traublinger zu den neuen Ehrenbürger der Landeshauptstadt.

Der Name von Hubert Burda sowie von den sechs neuen Ehrenbürgern der Stadt wurden auf die Ehrentafeln im Foyer des Alten Rathauses eingetragen.

„The Culture of Now“

«Die aktuelle Andy-Warhol-Ausstellung des Whitney Museum in New York versetzt mich zurück in die prägendste Zeit meines Lebens!

Über die Disruption von Musik, Kunst und Werbung in den 60er-Jahren in NYC spreche ich mit meinem damaligen Weggefährten und späteren Hearst-COO Gil Maurer.»

Hubert Burda

Demokratisierung der Mode

 
«In den 50er-Jahren begleitete ich meine Mutter Aenne oft nach Paris zu den herrlichen Modeschauen der Designer.

Dass zu der Zeit eine Revolution in der Modeindustrie im Gange war, konnte ich nur erahnen. Meine Mutter aber hatte das richtige Gespür und brachte die Fashion nach Deutschland, die als Ready-to-Wear die Modeindustrie revolutionieren sollte.

Über die Zeit, die für den Burda-Verlag eine entscheidende Weichenstellung bedeuten sollte, haben die Kuratorin des Musée des Art Décoratifs, die Aenne-Burda-Darstellerin aus dem kommenden SWR-Zweiteiler und ich mit der Harper’s Bazaar gesprochen.»

Hubert Burda

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Trauer um Franz Burda junior

Ein Bild des Künstlers Andy Warhol aus dem Jahr 1982: Die Brüder Hubert Burda, Franz Burda und Frieder Burda (v.l.n.r.)

Am Dienstag, den 17. Januar, verstarb Franz Burda junior im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in Offenburg.

Als gelernter Tiefdrucker war Franz Burda verantwortlich für den Geschäftsbereich Druck und führte die Burda-Druckereien. 1969 schloss er eine Partnerschaft mit dem amerikanischen Medienunternehmen Meredith Corporation und brachte somit den Tiefdruck in die USA. Nach dem erfolgreichen Start von Meredith-Burda Corporation, baute er in Amerika vier weitere Druckereien auf. Damit wurde Burda zum weltgrößten und besten Tiefdruck-Unternehmen der Welt.

Nach dem Tod des Senators und der Realteilung zog sich Franz Burda junior aus den Geschäften zurück und veräußerte 1989 die amerikanischen Druckereien Meredith-Burda an den Verlag R.R. Donnelley & Sons Co. sowie seine Anteile an der Dachauer Papierfabrik K.H. Nikolaus. Auch die Beteiligung an Axel Springer, die Franz und Frieder aus dem väterlichen Erbe erhielten, verkauften beide 1988 zurück an die Springer-Erben. Dies und der Verkauf der Sat1-Anteile an Leo Kirch führten zu einem Dissens zwischen den drei Brüdern, die aber später wieder zu einem herzlichen Verhältnis miteinander fanden.

Das Erbe von Franz Burda junior als Familien-Oberhaupt tritt sein Sohn Franz H. Burda an.

Noch am Donnerstag, den 12. Januar, konnte sich Hubert Burda im Beisein der Tochter Cathrine von seinem schwerkranken Bruder in Ruhe und Frieden verabschieden.

Die Anteilnahme gilt der Familie: Frau Christa und Sohn Franz H. mit Frau Bettina und den Kindern Sabrina, Franz Constantin, Christopher sowie der Tochter Cathrine und ihren Kindern Joya, Annabel Lynn, Gregory.

In diesem Moment der großen Trauer blickt der Verleger zurück auf das Erbe der Eltern, was er und seine Brüder erfolgreich gestalten und an die nächste Generation weitergeben können.

„Digitale Horizonte“ von Hubert Burda

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Hubert Burda präsentierte in München sein neues Buch „Digitale Horizonte“

„Die Märkte wandeln sich, alte Strukturen bröckeln, brechen zusammen, Monopole wanken“, mit diesen Worten sagte der Verleger Hubert Burda bereits vor 26 Jahren den digitalen Wandel voraus – in seiner Festrede zum 40-jährigen Jubiläum des Südwestdeutschen Zeitschriftenverleger-Verbands. Wir schreiben das Jahr 1990. Google ging erst sieben Jahre später an den Start und der Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg feierte gerade seinen sechsten Geburtstag.

Hubert Burda veröffentlicht in seinem neuen Buch „Digitale Horizonte“, das im Petrarca Verlag erschienen ist, 13 Reden von 1990 bis 2010 über seine Visionen der digitalen Zukunft. Diese vorhergesagte Zukunft ist heute bereits gelebte Realität und markiert laut Hubert Burda, nach der Erfindung des Buchdrucks, einen weiteren Meilenstein in der Menschheitsgeschichte.

Inspiriert von Visionären wie den Medienphilosophen Vilém Flusser und Friedrich Kittler sah Hubert Burda das digitale Zeitalter mit seinen Chancen und Herausforderungen bereits am noch weit entfernten Horizont dämmern und richtete als Unternehmer seine Strategie danach aus.

So sagte er 1995 in der Telepolis Konferenz in München: „Als Printmedium ist das Nachrichtenmagazin Focus zwar noch ein Gutenberg-Medium, doch es folgt der digitalen Logik: Bild, Text und Grafik stehen gleichwertig nebeneinander und fügen sich zu einem ikonografischen System der Informationsvermittlung zusammen. Focus reagiert auf die Multimedia-Revolution, die schon im vollem Gange ist.“ Das Nachrichtenmagazin hat den Schritt ins Internet seit langem erfolgreich geschafft, sodass Focus Online heute zu den erfolgreichsten Online-Nachrichtenplattformen Deutschlands sowie zur Hitliste der zwölf erfolgreichen digitalen Burda-Marken gehört.

Damit zeichnet Hubert Burda in seinem Buch „Digitale Horizonte“ nicht nur die technologische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte nach, sondern auch die Wandlung seines eigenen Verlages hin zu einem Medien- und Tech-Unternehmen. Diese Medienrevolution wird im Buch auch visuell, in zahlreichen Bildern und Infografiken, erlebbar gemacht.

Geschichten vom Burda-Wein

Über viele Monate hinweg sammeln die Trauben, die zum „Franzensberger“, dem Burda-Wein, verarbeitet werden, jeden Sonnenstrahl ein

Vor uns glänzen die Dächer Offenburgs in der Abendsonne und in der Ferne blitzt die Turmspitze des Straßburger Münsters hervor: Wir befinden uns zwischen satten Reben im Burda-Weinberg. Es ist Herbst in Baden. Die Zeit der Weinlese. Winzer Simon Renner bewirtschaftet zusammen mit seinen Eltern und zwei Brüdern die Reben des Burda-Weinbergs.

„Der Boden, die Lage und die Sonne geben dem Wein seinen Geschmack“, sagt Simon Renner, während er mit seiner Schere eine Rebe vom Weinstock abschneidet. Über viele Monate hinweg sammeln die Trauben, die zum „Franzensberger“, dem Burda-Wein, verarbeitet werden, jeden Sonnenstrahl ein und werden dabei vom lehmigen Boden Fessenbachs genährt.

Die sanften Hügel des Burda-Weinbergs waren der geliebte Rückzugsort des Senators Franz Burda, der in dieser Landschaft Ruhe und Muse fand. 1968 kaufte er das sogenannte Schlössle, ein pittoreskes Haus aus dem späten 18. Jahrhundert mitten in den Weinbergen. Wenige Jahre später entstand auf diesem Gelände die Franzenstube, in der legendäre Jagdessen ausgerichtet wurden. Dabei ließen sich die Gäste sicher das eine oder andere Glas Badner Wein schmecken.

Heute wie damals erzählt jeder Schluck Franzensberger Geschichten über den sanften Frühling in Offenburg und die warmen Sommerabende in Fessenbach. Er beschreibt die ganze Schönheit des Badner Lands.

30. Todestag von Senator Franz Burda

Hubert Burda erinnert sich am 30. Todestag des Senators an das „alte Offenburg“

Es ist die Zeit der Weinlese in Fessenbach, dem geliebten Rückzugsort des Senators Franz Burda. Die Blätter färben sich herbstlich bunt und die Sonne scheint über Baden. „Ein wunderbarer Tag in unserer Heimat, ein Tag, wie ihn mein Vater geliebt hätte“, mit diesen Worten begrüßte Hubert Burda die Ehrengäste der Gedenkfeier anlässlich des 30. Todestages des Senators in Offenburg. Vor Freunden, Weggefährten, ehemaligen und aktuellen Geschäftsführern sowie vor der Oberbürgermeisterin von Offenburg, erinnerte Hubert Burda an die Tatkraft und an den Unternehmergeist seines Vaters: „Er war ein Mann der Tat“.

Die Leidenschaft für seine Arbeit sowie die Liebe zu seiner Heimatstadt gingen beim Senator Burda immer Hand in Hand. Und so entwickelte sich seine kleine Offenburger Druckerei zu einem Großkonzern und mit ihm wandelte sich auch das Stadtbild: „Bedeutungsschwanger, wie mein Vater war, hat er für das wenige Geld, das er hatte, keinen Kamin gebaut, sondern den Burda Turm“, sagte Hubert Burda über den Bau der alten Druckerei. Stetiger Wandel sei wichtig, allerdings dürfe man dabei seine Wurzeln nicht vergessen.

Sowohl Burda als Unternehmen, als auch die Stadt Offenburg unterliegen einem stetigen Wandel. Während Hubert Burdas Visionen von der Digitalisierung früher von manchen noch belächelt wurden, verzeichnet das Digitalgeschäft nun einen Großteil des Unternehmensumsatzes. Und auch Offenburg befindet sich im Wandel: Auf dem einstigen Druckerei-Areal, nur einen Steinwurf entfernt vom besagten Burda-Turm des Senators, entsteht nun ein Gesundheits- und Arztzentrum, das täglich von 1500 Menschen besucht wird. „Wenn ich in die Stadt reinfahre, bin ich ziemlich stolz auf das neue Offenburg«, betonte Hubert Burda.

Der Baubürgermeister der Stadt Offenburg Oliver Martini nahm dieses Thema in seiner Rede auf und lobte die gelungene Zusammenarbeit: „Das Projekt an der Kronenwiese ist ein schönes Beispiel dafür, wie die private Wirtschaft mit der öffentlichen Hand zusammenarbeitet.“ Bei aller Bautätigkeit sei es wichtig, etwas zu schaffen, dass Bestand habe und identitätsstiftende Gebäude, wie zum Beispiel das Helios Building, zu erhalten und noch besser in Szene zu setzen. Gemäß dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“.