Dr. Hubert Burda eröffnet Kunstausstellung

Nicht nur mit Offenburg sei das Künstlerpaar Kunkel eng verbunden, sondern auch mit dem Hause Burda, so die Vorsitzende des Kunstvereins Offenburg-Mittelbaden, Cornelia Woll. Ihre Worte zur Eröffnung der Ausstellung „Werner Kunkel und Anne Kunkel-Schilbach“ im Kulturforum galten Erinnerungen an die Zeit, als Hubert Burda in seiner Jugend auf Geheiß seines Vaters Franz Burda Malunterricht bei Kunkel nahm. Der Maler prägte das Kunstverständnis des Verlegers bis heute.

Porträt des sechzehnjährigen Schülers Hubert Burda, gemalt von Anne Kunkel-Schilbach Ende 1956

Ihre Existenz verdankt die Ausstellung Rainer Braxmaier. Der Buchautor hatte bei seinen Recherchen für „Poeten, Maler, Petticoats“, das zum 65. Geburtstag Hubert Burdas entstanden war, das Ehepaar Kunkel in Lehe bei Husum besucht. Anne und Werner Kunkel wohnten und wirkten in den 50er Jahren in Offenburg. Die Vernissage zeigt nun ihr Lebenswerk rund um den bemalten Hochzeitsschrank, den Kunkel 1957 für seine Frau anfertigte.

Werner Kunkel gehörte 1948 zu den Kunststudenten, die von Hans Kuhn an der Berliner Hochschule für Bildende Kunst geprägt wurden. Familie Burda war mit Hans Kuhn eng befreundet. Er stellte den Kontakt zu Kunkel her, sodass dieser 1956 nach Offenburg kam und dort sein Atelier eröffnete.

Beckenbauer stiftet Warhol

Franz Beckenbauer stiftet seinen Warhol. Damit will er das Kulturprogramm unterstützen, das die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 begleitet. Eine der Ausstellungen trägt den Namen „Rundlederwelten“. Was würde dafür besser passen als ein Warhol-Porträt des jungen „Kaisers“ Franz Beckenbauer aus seinen noch sportlicheren Tagen?

Franz Beckenbauer, der Leiter des Organisationkomitees Andre Heller und Innenminister Otto Schily enthüllen das Kunstwerk in Berlin

Andy Warhol fertigte das Bild namens „Beckenbauer“ 1977 in New York an, als sich der Fußballer dort aufhielt, um für den Club Cosmos New York zu kicken. Im Jahr 1982 schenkte Dr. Hubert Burda Franz Beckenbauer dieses Bild zu dessen Abschied aus dem aktiven Fußball „als Dank für das, was er in den vergangenen 17 Jahren geleistet hat“, schreibt Burda im damaligen Editorial des Magazins BUNTE.

Am 1. September 2005 hatte das Bild nun seinen dritten öffentlichen Auftritt nach 1977 und 1982. Die Fußball-Legende enthüllte das Porträt zusammen mit dem FIFA Organisationskomitee und Innenminister Otto Schily für die DFB-Kulturstiftung in Berlin. Insgesamt soll es 48 Kunstprojekte geben, die das Fußballereignis 2006 begleiten sollen. Der Bund unterstützt die Projekte mit 30 Millionen Euro.

 

Hermann-Lenz-Preisträger 2005

„Er schämt sich nicht vor dem Einfachen, das er sagen muss. Der Mut zu dieser Reduktion, bei der jeder sich selber dort berührt fühlt, wo er sich verbergen möchte, ist ein besonderer Mut, den er geleistet hat“. Mit diesen Worten beschrieb Jury-Mitglied Alfred Kolleritsch die schriftstellerische Arbeit des diesjährigen Hermann-Lenz Preisträgers Franz Weinzettl und betonte außerdem, wie stark dieser in der Tradition des 1997 verstorbenen Hermann Lenz und des österreichischen Schriftstellers Peter Handke stehe. Wie diese beiden Autoren verbinde auch Weinzettl Naturbeschreibungen mit „seelischen Erkundungen“.

Franz Weinzettl

Der Preisträger beschrieb in seiner Rede, wie sehr ihm die persönliche Bekanntschaft mit Hermann Lenz geholfen habe, den schweren Weg eines Autors zu gehen, der dem Zeitgeist gegenüber keine Kompromisse macht. Der 1955 in Feldbach in der Steiermark geborene Schriftsteller erhielt den von Verleger Dr. Hubert Burda gestifteten und mit 15.000 Euro dotierten Preis für deutschsprachige Literatur am 11. Juni 2005 auf Schloß Halbturn in Niederösterreich. Zu Weinzettls wichtigsten Werken zählen „Auf halber Höhe (1983)“, „Der Jahreskreis der Anna Neuherz (1988)“ und „Das Glück zwischendurch (2001)“.

Den mit je 5.000 Euro dotierten Hubert Burda Preis für junge osteuropäische Lyrik erhielten Julia Fiedorczuk (Warschau), Ana Ristovic (Belgrad) und Igor Bulatovsky (Sankt Petersburg). Die jungen deutschen Autoren Martina Hefter, Gerhild Steinbuch und Andrea Winkler wurden mit einem Hermann-Lenz-Stipendium ausgezeichnet.

Der Hermann-Lenz-Preis, ein jährliches Treffen engagierter Literaten, ging 1999 aus dem traditionsreichen Petrarca-Preis hervor. Der 1997 verstorbene Hermann Lenz war selbst Preisträger. Zu den Juroren des nach ihm benannten Literaturpreises zählen Michael Krüger, Verleger des Carl Hanser Verlags und Herausgeber der Zeitschrift „Akzente“, der Autor und Kritiker Peter Hamm, der Schriftsteller Peter Handke sowie Alfred Kolleritsch, Autor und Herausgeber der Literaturzeitschrift „manuskripte“. Den Hermann-Lenz-Preis erhielten bisher Joseph W. Janker, Johannes Kühn, Ralf Rothmann, Erich Wolfgang Skwara, Josef Zoderer und Walter Kappacher.